Abhärtung stärkt deine Gesundheit


Es ist eine alte Weisheit und aktuell wieder stark im Trend, das Abhärten. Eiskaltes duschen, Eisbaden oder einfach durch den Schnee rollen. Kurze Kältereize haben eine starke Auswirkung auf das Herz-Kreislaufsystem, den Stoffwechsel und das Immunsystem. Was genau passiert eigentlich bei der durch den bayrischen Priester Sebastian Kneipp bekannt gewordenen Kältetherapie?

Auswirkung der Abhärtung auf Körper und Geist

  • Anregung der Durchblutung: Nach der Kontraktion der Kapillaren durch die Kälte erfolgt eine deutliche Weitung der Gefäße, was für eine starke Erwärmung sorgt und die Elastizität der Gefäße trainiert und das Bindegewebe strafft. Es beugt Krampfadern und Cellulites vor und hält die Haut jung
  • Entgiftung des Körpers: Durch Wechsel von Hitze und Kälte werden Muskeln gedehnt und kontrahiert, was Stoffwechselabfallprodukte schneller abtransportiert und einer besseren Regeneration nach intensivem Sport dient.
    Ärzte stellen häufig fest, dass Krebs meist an Sauerstoff und Nährstoff unterversorgten Gebieten entsteht, bei denen Stoffwechselabfallprodukte schlecht abtransportiert werden. Dies führt zu Entzündung und über die Zeit kann sich daraus Krebs entwickeln. Für eine Krebstherapie reicht alleiniges Abhärten nicht aus, wenngleich es aber ein wichtiger Schritt zur Genesung ist. Für eine individuelle ganzheitliche Krebsprävention und Krebstherapie unterstützen wir sie gern.
  • Stärkung des Immunsystems: Eine Erhöhung der Temperaturtoleranz ist der wesentliche Beitrag hierbei. Heutzutage ist der Mensch sehr verwöhnt, da zu Hause, um Auto und im Büro stets auf konstante Temperatur geheizt wird. Die fehlende Auseinandersetzung mit Kältereizen schwächt auf Dauer das Immunsystem. Der Wechsel von Kälte und Wärme während der Abhärtung trainiert den Körper sich schneller auf unterschiedliche Temperaturen einzustellen. Zudem ist ein Anstieg der Leukozyten (weiße Blutkörperchen, die für die Immunabwehr essentiell sind) bei regelmäßiger Abhärtung in einer Studie der Universitätsklinik Jena bestätigt wurden. Damit sinkt die Anfälligkeit für Erkältung und grippaler Infekte.
  • positive Auswirkung auf die Psyche: Der „Kälteschock“ führt zu mentaler Klarheit, er hebt die Stimmung und sorgt für eine positive, entschlossene Einstellung und verringert dadurch den Stress. Wissenschaftler der Universität Virginia haben die stimulierende Auswirkung aufs Gehirn und die Vorbeugung von Depressionen durch das Abhärten nachweisen können. Der Adrenalinschub durch den Kältereiz hebt die Stimmung. Die Atmung wird tiefer, da die erhöhte Durchblutung einen höheren Sauerstoffbedarf mit sich bringt. Die erhöhte Sauerstoffversorgung vertreibt Müdigkeit und lindert Symptome von Stress.

Was gilt es bei Kälteanwendungen zu beachten?

  • Nur in gesundem Zustand abhärten.
    Bei chronischen Erkrankungen insbesondere Arteriosklerose, Herz-Kreislaufproblemen und Sensibilitätsstörungen, wende dich zuvor an deinen Arzt oder Heilpraktiker.
  • Langsam beginnen (lauwarm und kurz) und langsam steigern (kälter und länger)
    Nicht übertreiben und spätestens aufhören, wenn die Kälte schmerzt
  • Regelmäßigkeit: Der Langzeiteffekt stellt sich vor allem bei regelmäßiger Kälteanwendung ein (mind. 2-3x/Woche)
  • Abhärtung nur wenn der Körper vorher warm ist und danach sofort wieder erwärmen.
    Der Wechselreiz ist entscheidend nicht die Kälte oder Hitze an sich.

Wie und wann Abhärten?

Es gibt viele Möglichkeiten sich abzuhärten. Es muss nicht gleich das Eisbaden oder im Schnee wälzen sein, auch wenn es riesig Spaß macht 🙂 . Vom Luftbaden im Winter, Barfußgehen im Tau oder Schnee oder Kneipp-Gängen in Fluss und See bis hin zu kalten Duschgängen und Saunieren gibt es viele Optionen, das Abhärten regelmäßig in den Alltag zu integrieren.

Abhärtung ist für jedes Alter geeignet, auch für Kleinkinder. Es ist jedoch die Dosis entsprechend anzupassen. Die beste Zeit ist morgens oder nach dem Training. Bei Wechselduschen empfehlen wir, diese 3-6x durchzuführen (10-30sec kalt und 1-3min warm) dabei mit den Gliedmaßen beginnen, kalt zu enden und sich trocken zu reiben, damit sich der Körper selbst aufheizen kann. Für einen dauerhaften Effekt empfehlen wir eine Abhärtung mindestens jeden 2.-3. Tag.

Tipps für Warmduscher

Wer bei kaltem Wasser schon die Nase rümpft, sollte wissen, dass die Empfindlichkeit von Tag zu Tag nachlässt. Das anschließende Gefühl der angenehmen Durchblutung, wach und frisch zu sein, ist Grund genug, um sich zu überwinden und den gesundheitlichen Nutzen daraus zu ziehen.

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